Milano-Taranto 2015

Milano Taranto. Das ist wirklich eine Legende. Wie soll man sie beschreiben? Diejenigen, die dabei waren, kommentieren sie mit: Einmalig, toll, da muss man dabei gewesen sein, viel Essen, tolle Landschaften, anstrengend ist es auch, hat Spaß gemacht, tolle Kameradschaft und so weiter. Wahrscheinlich ist damit für einen echten Liebhaber italienischer Rennerle auch alles gesagt.

Diejenigen, die nicht dabei waren, können sich oft keinen Reim darauf machen und bleiben verwirrt zurück.

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Um diesen Zustand zu beseitigen und damit alle etwas davon haben, ist dieser Bericht entstanden. Jede Etappe der MiTa zu beschreiben wäre langweilig. Deshalb wird die MiTa dieses Mal aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet:

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etappen

– Mannschaft – Freundschaft – Kameradschaft
– Die Streckenführung
– Der legendäre Nachtstart
– Pfeil as Pfeil can
– Verkostungen
– Schraubereien
– Schöne Landschaften, schöne Plätze
– Begegnungen und Ereignisse am Rande
– Am Ende sind alle Sieger

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Mannschaft – Kameradschaft – Freundschaft

Milano Taranto funktioniert nur, wenn es ein gutes und eingespieltes Team gibt. Nicht nur die Fahrerinnen und Fahrer sind wichtig, sondern alle, die zum Gelingen mit beitragen. Das Gefühl, sich aufeinander verlassen zu können, ist in diesem Zusammenhang ganz wichtig. Nicht nur während der Fahrt, sondern auch während der Pausen, wenn doch hier und da geschraubt werden muss. Fehlen Speichen – kein Problem, jemand hat sicher noch welche dabei. Halten die nicht, gibt es auch noch ein Ersatzrad. Anlasser kaputt? Moment mal, der Chefelektriker hilft. Fäden an der Hand zu ziehen? Wird sofort beim Abendessen von der Chefärztin des Rennstalls erledigt.

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Auch die Fahrer und Fahrerinnen der Begleitfahrzeuge haben somit ihr Bestes gegeben, denn es war nicht immer einfach, dem ganzen Tross bei der mörderischen Hitze zu folgen, Parkplätze zu finden, manchmal kein Essen mehr zu kriegen oder am Ziel zurückgerufen zu werden, weil doch noch ein Moped liegen geblieben ist.

Die legendäre Nachtfahrt

Wie verrückt muss man eigentlich sein, um am 6. Juli 2015 um 00.00 Uhr am Lago Idroscalo in Mailand zu starten? Die Legende von dem berühmten Rennen in den fünfziger Jahren von Mailand nach Tarent zeigt eben immer noch Wirkung. Die Strecke zu bewältigen ist eines, aber das noch mit historischen Motorrädern „unter die Reifen zu nehmen“, ist etwas anderes. Fahrer und Material wird da einiges zugemutet. Nicht nur am Tage, sondern auch in dieser legendären Nacht! Vor dem Start herrscht zunehmend eine angespannte Atmosphäre. Nach Einschreibung und Startformalitäten, letzten Schraubereien, einem Panini zwischendurch, eventuell einer kleinen Mütze voll Schlaf, soweit das wegen der Hitze und Schnaken überhaupt möglich ist, senkt sich endlich um Mitternacht die Startflagge und der Tross wird in die Dunkelheit und Hitze der italienischen Nacht entlassen.

Endlich!

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Da knattern sie wieder los, die Guzzis, Ducatis, Laverdas, Lambrettas, Morinis, MVs, Vespas und alle anderen illustren Marken. Sie schwirren, teilweise spärlich beleuchtet, durch die Nacht, immer auf der Suche nach den nicht reflektierenden Pfeilen – eine zusätzliche Herausforderung! Morgengrauen am Gardasee und Romeo und Julia grüßen uns in Verona beim Sonnenaufgang.

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Pfeil as Pfeil can

Der Pfeil, auch so ein Wahrzeichen der MiTa. Rot und eigentlich immer gut sichtbar angebracht. Stimmt, wenn sich Fahrer bzw. Fahrerin erst einmal „eingelesen“ hat. Der Kreativität waren hierbei von den Organisatoren keine Grenzen gesetzt. Es soll auch eine Teilnehmerin gegeben haben, die heute noch behauptet, während der Nachtfahrt seien keine Pfeile vorhanden gewesen.

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Verkostungen

Wie kann ein MiTa verwöhnter Teilnehmer jemals wieder in Zukunft eine Fahrt überstehen, wenn es spätestens nach 80 Kilometer nicht etwas zu essen gibt?

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Die Tische haben sich gebogen vor Köstlichkeiten und wurden von Nord nach Süd immer reichhaltiger. Dolce Vita pur! So etwas Langweiliges wie Pizza war fast nie dabei!

Schraubereien

unsere Fahrer melden:

Keine unlösbaren Probleme, bis hin zum Totalausfall

Volker:
Schon während der Nachtfahrt sind zwölf Speichen an der Falcone gerissen. Zur Sicherheit war das Hinterrad aus der Falcone von Alex dabei. Austausch bei einem gutem Vino – ein Kinderspiel.

Markus:
Getriebeprobleme an der kleinen Gilera. Konnte nach einer Notreparatur im Straßengraben am nächsten Tag weiterfahren.

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Ansonsten musste bei unseren Fahrern nicht übermäßig geschraubt werden. Kleinere Wartungsarbeiten waren aber immer am Ende der Tagesetappen zu erledigen. Es gab aber immer auch mehrere Totalausfälle, vom Motorschaden, bis hin zu leider auch schweren Unfällen. Die MiTa ist eben keine „Sonntagsnachmittagsausfahrt“.

Schöne Landschaften, schöne Plätze

Die Fahrt von Nord nach Süd abseits von Autobahnen lässt einen die Schönheit Italiens im wahrsten Sinne des Wortes erfahren. Der Zustand der Straßen lässt ahnen, dass so mancher EU-Euro wohl irgendwo im italienischen Nirvana verdunstet und als warmer Regen an uns unbekannter Stelle wieder aufgetaucht ist. Für uns hieß das oft genug Schlaglöcher und Staub. Aber was soll es, sonst gäbe es ja an langen Winterabenden nichts zu erzählen. Die ganze Karawane hat sich durch enge Gassen, winzige Bergdörfer grandiose Berglandschaften, die Via Appia, pittoreske Städtchen und Dörfer geschlängelt und wurde immer wieder auf das Herzlichste empfangen.

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Begegnungen und Ereignisse am Rande

Es sind diese kleinen Ereignisse, die das Salz in der Suppe bzw. in diesem Zusammenhang den Zündfunken bei der MiTa ausmachen. Das können die Zuschauer an der Strecke sein, das Schläfchen am Straßenrand, das Gläschen Weißwein zwischendurch, das Feierabendbier mit den Kumpels in der Eckkneipe oder auch der Klavier spielende Götz am Ende eines langen Tages.

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Jeder hat so seine „Erfahrungen“ gemacht.

Am Ende sind alle Sieger

Samstag. Ankunft in Taranto. Wir sind alle wohlbehalten angekommen. Ein wunderbares Gefühl.

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Wir sind alle Sieger!

Sigrid Neureither

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